Einblicke

Industrielle Familienunternehmen fürchten Änderung des Erbschaftsteuergesetzes

Mehr als zwei Drittel (68,2 %) aller familiengeführten Industrieunternehmen sehen bei einem Wegfall der Verschonungsregeln in der Erbschaftsteuer die Entwicklung ihres Unternehmens gefährdet. 63,9 % der Familienunternehmen, in denen bis 2019 ein Generationenwechsel ansteht, wären in diesem Fall gezwungen, ihre Investitionen zu senken. Fast die Hälfte (48 Prozent) geht in einem solchen Fall davon aus, Beschäftigung abbauen zu müssen. Das ergab die Herbstbefragung 2014, die das IfM Bonn im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und Pricewaterhouse Cooper (PwC) ausgewertet hat.

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    Fast 88 % der Unternehmen melden aktuell zudem Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen. Für rund 67 % der Unternehmen ist dabei das Fehlen der erforderlichen Qualifikation Hauptgrund für die Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Neun von zehn Unternehmern (90,6 %) fordern daher die Verbesserung der allgemeinen schulischen Ausbildung.

    Im Hinblick auf die Diskussion um die Frauenquote geben rund 49 % der Unternehmen ohne weibliche Führungskräfte an, dass nach ihrer Meinung Frauen für Führungspositionen nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind. Zugleich zeigte die Befragung für das BDI-PwC-Mittelstandspanel: Je kleiner ein Unternehmen ist, desto mehr Frauen gibt es in Führungspositionen. So liegt in kleinen Betrieben mit weniger als 20 Beschäftigten der Anteil an weiblichen Führungskräften bei rund einem Viertel – und damit deutlich höher als in Großunternehmen, wo knapp zehn Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt sind. (IfM Bonn 10.12.2014)

    Die komplette Studie steht hier zum Download bereit: Mittelstandpanel Herbst 2014

    Update: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2014/bvg14-116.html

Dem Mittelstand geht der Führungsnachwuchs aus

DIHK-Nachfolgereport: Lage besonders eng in der Industrie

(11.11.2014) “Mittelständischen Unternehmen fällt es immer schwerer, einen geeigneten Betriebsnachfolger zu finden”: So fasst Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Ergebnisse einer aktuellen DIHK-Umfrage zusammen.

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    “Im Jahr 2013 verzeichneten die Industrie- und Handelskammern erstmals mehr übergabewillige Altinhaber als Juniorunternehmer”, berichtete Schweitzer der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” von den Resultaten des diesjährigen Reports zur Unternehmensnachfolge. “Noch nie gab es so viele Seniorunternehmer und so wenige mögliche Nachfolger.”

    Vor allem die Demografie und rückläufiges Interesse an der unternehmerischen Selbstständigkeit erschwerten die Nachfolgersuche zunehmend, sagte der DIHK-Präsident. Immer mehr Unternehmer erreichten das Ruhestandsalter, während viele qualifizierte Personen gerade in Zeiten des Fachkräftemangels eine gut dotierte abhängige Beschäftigung der Selbstständigkeit vorzögen.

    “Die Folge”, so Schweitzer: “Mehr als 40 Prozent der Seniorunternehmer finden nicht den passenden neuen Chef.” Besonders rar sind qualifizierte Übernehmer in der Industrie. Hier kommen der DIHK-Erhebung zufolge rein rechnerisch fünf Alteigentümer auf einen möglichen Nachfolger.

    Nach Einschätzung des DIHK schrecken vor allem hoher Kapital- und Modernisierungsbedarf viele Übernehmer ab. In einer solchen Situation sei “die Politik in einer besonderen Verantwortung, die Nachfolge nicht weiter zu erschweren”, betonte Eric Schweitzer. Viele Unternehmer blickten beispielsweise sorgenvoll auf das anstehende Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer.

    Der DIHK-Präsident sieht die Politik hier vor einer großen Aufgabe: “Die Erbschaftsteuerbelastung für die Betriebe darf auf keinen Fall steigen”, warnte Schweitzer. “Das ist elementar, wenn wir unsere mittelständische Wirtschaft erhalten wollen, um die uns die ganze Welt beneidet. Das haben Union und SPD im Koalitionsvertrag auch so vereinbart.”

    Die komplette Studie steht hier zum Download zur Verfügung:

    DIHK – Report – Unternehmensnachfolge 2014

Industriestandort Deutschland: Risse im Fundament

(15.09.2014) “Mit angezogener Investitionsbremse kommt Deutschland nicht voran”: So kommentierte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Ergebnisse einer aktuellen DIHK-Umfrage im Netzwerk Industrie.

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    “Deutschland muss an der Attraktivität seiner Standortfaktoren arbeiten und darf sich nicht auf dem Erreichten ausruhen”, warnte Wansleben im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

    Unter dem Strich stelle die deutsche Industrie der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung “ein knapp befriedigendes Zeugnis aus”, bilanzierte der DIHK-Hauptgeschäftsführer die Umfrage von 62 Industrie- und Handelskammern unter Industriebetrieben und industrienahen Dienstleistern (“Netzwerk Industrie”). Insgesamt sind in die Auswertung Einschätzungen von 1.300 Unternehmen eingeflossen.

    “Erfreulich sind zwar Fortschritte in den Bereichen Rechtssicherheit, Finanzierung oder der Vernetzung mit Hochschulen”, berichtete Wansleben von den Ergebnissen.

    Zugleich erwarteten die Unternehmen aber gerade im Steuerrecht bislang vergeblich echte Erleichterungen. “Knapp jeder zweite Betrieb würde bei einer Verbesserung des Standortfaktors ‘Steuern und Abgaben’ mehr im Inland investieren”, sagte er. “Auch die Wiedereinführung der degressiven AfA würde bei gut einem Drittel der Betriebe zu mehr Investitionen führen.”

    Handlungsbedarf sehen die Industrieunternehmen zudem in den hohen Energiekosten und zunehmend auch in der IT-Infrastruktur. Wansleben: “Wichtige Innovationen wie zum Beispiel das Cloud Computing und intelligente Energienetze, Smart Grids oder nicht zuletzt die Anforderungen im Rahmen von Industrie 4.0 werden wir ohne leistungsfähige IT-Infrastruktur nicht stemmen können.” Gleichzeitig gelte es, digitale Kompetenzen in Schule sowie beruflicher Aus- und Weiterbildung zu verbessern.

    “Die beste Standortnote erteilen die Betriebe dem engmaschigen Netz von Zulieferunternehmen und unternehmensnahen Dienstleistern in den Bereichen Beratung, Marktforschung sowie Forschung und Entwicklung”, so der DIHK-Hauptgeschäftsführer weiter. Dieses “Netzwerk Industrie” sei eine wichtige Voraussetzung für Innovation, Wachstum und Beschäftigung hierzulande.

    Wansleben mahnte: “Die Politik sollte sich daher nicht nur klar zum Industrie- und Investitionsstandort Deutschland bekennen, sondern diese Ausrichtung auch durch die dazu passenden politischen Entscheidungen untermauern.”

    Die komplette Studie steht hier zum Download bereit: DIHK Umfrage Netzwerk Industrie 2014

Aktuelle Multiples

Wie bereits beim Thema Bewertungsmethoden ausgeführt, hat sich die Multiple-Methode in der Vergangenheit als einfachste und am häufigsten verwendete Möglichkeit der Unternehmensbewertung herauskristallisiert. In Deutschland veröffentlicht die Branchenzeitschrift FINANCE Magazin regelmäßig Multiples, die auf den Markteinschätzungen von Professionals verschiedenen M&A-Beratungshäusern beruhen und Auskunft zu insgesamt 16 verschiedenen Branchen geben.

Die aktuellen Multiples stehen hier zum Download bereit: http://www.finance-magazin.de/research/multiples/

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